Team der HSG München landet bei europäischem Managementcup auf Platz 3

Bericht International Managementcup in Bukarest

vom 21.September bis 23.September 2016

Das Finale des diesjährigen EUREL International Managementcups fand dieses Jahr in Bukarest statt. Nachdem wir in 6 Runden zuvor wöchentliche Managemententscheidungen treffen mussten und zum Schluss in der Gruppe Deutschland gewonnen hatten, wurden wir zum Finale nach Rumänien eingeladen. EUREL ist die europäische Dachorganisation des VDE und veranstaltet jährlich den Managementcup, um junge Ingenieure aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen zu bringen und wirtschaftliche Zusammenhänge für sie praktisch erlebbar zu machen. Dabei finden die Vorrunden getrennt in den einzelnen Ländern statt und das Finale wird jährlich in einer anderen europäischen Stadt ausgetragen.

Am jenem Mittwochmorgen flogen wir also im Zweierteam nach Bukarest und machten uns auf den Weg zum „Hotel Parliament“, das der Austragungsort für den Wettstreit werden sollte. Vorbei an dem riesigen Parlamentsgebäude gelangten wir schließlich zu unserer Unterkunft. Nachdem wir eingecheckt hatten, bezogen wir unser Zimmer und versammelten uns zum Start der ersten Runde in dem Konferenzraum im höchsten Stockwerk des Hotels mit Blick auf die umliegende Stadt, das Parlamentsgebäude und den Bau der neuen, großen Kathedrale. In 5 Runden trafen wir hier in jeweils 2 Stunden Entscheidungen um uns mit den anderen Teams, alles junge Elektroingenieure aus Polen, Slowenien, Rumänien und Israel, zu messen.

Wie schon in der Vorrunde durften wir uns in dem Markt für schwarz-weiß Fotokopierer behaupten und entscheiden, wie viel wir in Entwicklung, in die verschiedenen Marketinginstrumente investieren, zu welchem Preis wir verkaufen und in welcher Stückzahl wir die Produkte herstellen wollen, in Abhängigkeit der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung. Die Simulation wird von Herrn Fischer, einem Mitarbeiter von Siemens, geleitet. Er verwendet die Szenarien ebenfalls für die interne Managementschulung bei Siemens. Am Ende jeder Periode werden die Entscheidungen aller Teams gesammelt und in einer softwarebasierten Marktsimulation ausgewertet. Zum Beginn der folgenden Runde werden dann Marktanteile, Gewinn und Verlust präsentiert. Diese werden natürlich immer mit Spannung erwartet, sind sie doch der Gradmesser für den Erfolg am Markt.

Am ersten Tag nach der ersten Runde sind wir gemeinsam in die Altstadt von Bukarest zum Abendessen gegangen. Bei Livemusik mit Ziehharmonika, Klarinette und Gesang wurden wir verköstigt. Zu Beginn jedes Mahles ist es in Rumänien üblich eine große Brotzeitplatte serviert zu bekommen, anschließend gab es hautpsächlich regionale, aber auch internationale Gerichte. Schließlich fuhren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel, um uns für die 3 Runden des nächsten Tages zu erholen.

Nach dem Frühstücksbuffet des zweiten Tages ging es dann richtig los: Die Ergebnisse der ersten Rund werden präsentiert und die zweite Runde gespielt. Die Ergebnisse sind für uns etwas enttäuschend, glücklicherweise gibt es in der Finalrunde die Möglichkeit ein zweites Produkt („Farbkopierer“) zu entwickeln und auch eine verbesserte Version des schwarz-weiß Fotokopierers auf den Markt zu bringen. Gar nicht so leicht in volkswirtschaftlichen Krisenzeiten den Überblick zu behalten. Da kann es schon mal vorkommen, dass eine der Firmen trotz eines finanziellen Restrukturierungsprogramms in Runde vier Insolvenz anmelden muss.

Auch diesen Abend geht es wieder in die Altstadt. In einem alten, traditionellen Restaurant essen wir zu Abend. Neben den Teams und den Organisatoren des Managementcups sind heute auch Vertreter aus anderen Ländern, sowie der Präsident von EUREL anwesend. Bei Musik, Wein und heiterer Stimmung wird uns das Menü aufgetischt. Anschließend gehen wir mit einigen anderen Teilnehmern noch ein wenig das Nachtleben Bukarests erkunden.

Am nächsten Morgen wird die letzte Runde des Managementcups gespielt. Die Weichen sind gestellt, es geht jetzt vor allem darum, den bestmöglichen Aktienkurs zu erzielen. Dann packen wir auch schon wieder unsere Koffer und machen uns auf den Weg zum anderen Hotel, wo wir mit dem Komittee von EUREL zu Mittag essen und die Abschlusszeremonie mit Siegerehrung stattfindet. Uns deutschen Vertretern gelingt nach einer schwachen ersten Runde durch eine spannende Aufholjagd in den verbleibenden vier Runden der Sprung auf den dritten Platz mit knappem Abstand zum Erstplatzierten.

In den drei Tagen haben wir viele neue Bekannte kennengelernt und Kontakte geknüpft, viele wirtschaftliche Zusammenhänge live erlebt, eine aufregende, europäische Hauptstadt entdeckt und damit eine komplett neue und abwechslungsreiche Erfahrung gemacht.

EUREL Managementcup

Von Matthias Lederle und Tobias Schuh

( abgeändert erschienen in der Zeitschrift „Technik in Bayern“, Ausgabe 06/2016)